6000 Polizisten schützen BelgradePride

In der serbischen Hauptstadt Belgrad findet zur Zeit die erste Pride seit 2010 – geschützt von 6000 Polizisten – statt.

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#BelgradePride @ Twitter

In den letzten Jahren wurde die Gay Pride jeweils von den Behörden aus Gründen der Sicherrheit verboten, kam es doch 2010 zu schweren Ausschreitungen durch Rechtsextreme, mehr als 150 Personen wurden damals verletzt.

Die EU hat von ihrem Beitrittskandidaten Serbien unter Verweis auf die Achtung von Minderheitenrechten verlangt, dass der Umzug stattfindet. Entsprechend marschieren heute Nachmittag auch zahlreiche Politiker aus dem Ausland mit, etwa Volker Beck und Christoph Strässer, der Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung.

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Free & Equal

freeandequalBundespräsident Didier Burkhalter setzt sich im Rahmen der Kampagne “Free & Equal” der UNO für die Rechte von LGBTI-Menschen ein.

Lieber Herr Bundespräsident: Wir freuen uns über die schönen Worte und sind überzeugt, dass nun auch viele konkrete Taten folgen!

Die Kampagne der UNO wird übrigens auch von Ban Ki-Moon, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, tatkräftig unterstützt.

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Hässliche Schmierereien in Wien

Gestern wurde in den frühen Morgenstunden in Wien die Fassade der Rosa Lila Villa mit einer Morddrohung verschmiert: auf deutsch und auf serbisch wurde mit roter Farbe “Töte Schwule” gesprayt.

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Hässliche Schmierereien in Wien an der Fassade der Rosa Lila Villa.

Zur Zeit werde geklärt, wer hinter der Attacke stehen könnte. In einer Mitteilung auf Facebook vermuten die Betreiber_innen der Rosa Lila Villa einen Zusammenhang mit der heute in Serbien geplanten Pride, die schon mehrmals wegen gewalttätiger Übergriffe von Neonazis und Hooligans abgesagt werden musste. Zudem seien Übergriffe auf das Haus – etwa eingeschlagene Fensterscheiben, Farbbeutelattacken, Eierwürfe – leider keine Einzelfälle. Auch seien in der Community in letzter Zeit vermehrt Übergriffe von rechtsgerichteten Gruppierungen beobachtet worden.

Die Rosa Lila Villa entstand ab 1982 aus der Wiener Hausbesetzerszene. Nach Verhandlungen mit der Stadt Wien als Eigentümerin des Hauses wurde 1984 ein Vertrag geschlossen, der dem Verein Rosa Lila Tip die “Instandbesetzung” des Gebäudes erlaubte. Trans*-, Lesben- und Schwulenorganisationen haben hier ihren offiziellen Vereinssitz. Im Erdgeschoss befindet sich zudem das Café Willendorf.

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Kampf gegen Gewalt und Diskriminierung “begrüsst”

Gestern hat der Menschenrechtsrat in Genf mit 25 zu 14 Stimmen bei sieben Enthaltungen eine Resolution angenommen.

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“Hohe Tiere” setzen sich für mehr LGBT-Rechte ein …

Diese begrüsst, dass “positive Schritte auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene im Kampf gegen Gewalt und Diskriminierung aufgrund sexueller Identität und Geschlechtsidentität ergriffen werden.

Obschon die verabschiedete Resolution offenbar nur grundlegende und unverbindliche Äusserungen enthält, war sie hart umkämpft worden. So meinte etwa der Vertreter von Saudi-Arabien, die Resolution sei ein Versuch, eine einheitliche Weltkultur zu schaffen, die gegen “religiöse und kulturelle Praktiken mancher Länder” sei.

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Enttäuschend: Bundesamt für Justiz zieht vors Bundesgericht

Das Bundesamt für Justiz hat das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen, das zwei Männer als Väter eines in den USA von einer Leihmutter ausgetragenen Kindes anerkannt hatte, an das Bundesgericht weiter gezogen.

Das Bundesamt für Justiz unter Simonetta Sommaruga beantragt in seiner Beschwerde, dass die kalifornische Geburtsurkunde, welche die beiden Männer als Väter ausweist, nicht zu anerkennen sei. Im Zivilstandsregister dürfe nur jener der beiden in eingetragener Partnerschaft lebenden Männer eingetragen werden, welcher der Samenspender und damit der biologische Vater des Kindes sei.

Es ist nun zu hoffen, dass der Fall beim Bundesgericht rasch behandelt wird und es eine eindeutige Rechtsprechung im Interesse des Kindes getroffen wird. Dazu meint Maria von Känel vom Dachverband Regenbogenfamilien:

Wir wünschen uns einen transparenten und sachlichen Umgang mit dieser Thematik, denn Tatsache ist, dass reproduktionstechnische Verfahren genutzt werden, um sich den Traum von Familie zu verwirklichen. Es braucht Lösungen, die alle Beteiligten schützen.

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Schweizer LGBT-Verbände appellieren an die Verantwortung der Politiker_innen

Pink Cross, Dachverband Regenbogenfamilien und Transgender Network Switzerland zeigen sich enttäuscht über das Abstimmungsverhalten des Ständerats zur Standesinitiative des Kantons Genf zur Änderung der Bundesverfassung und des Strafgesetzbuches: Niemand soll aufgrund der sexuellen Ausrichtung diskriminiert werden.

Leider verschliesst der Ständerat mit dem deutlichen NEIN die Augen vor der Realität. Immer wieder werden Schwule und Lesben öffentlich diskreditiert, beschimpft oder diskriminiert. Die rechtliche Situation in der Schweiz macht es Schwulen und Lesben schwer oder unmöglich, sich ausreichend vor solchen Diskriminierungen zu schützen. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung richtet sich auch die Antirassismusstrafnorm ausschliesslich gegen die im Gesetzestext ausdrücklich genannte Unterscheidung aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion, nicht aber gegen Diskriminierungen aufgrund von sexueller Orientierung und der Geschlechtsidentität.

Diese Praxis wurde in einem Bundesgerichtsurteil 2010 zudem bestätigt, als rund 40 Mitglieder von Schwulen- und Lesbenorganisationen gegen eine Schmähschrift der Jungen SVP Wallis klagten, in welcher Homosexualität als “abnormales Verhalten” bezeichnet wurde, welches sich “gegen die Familie, den Ort des Fortbestandes des menschlichen Geschlechts und also auch das Überleben einer Nation” richte. Bei der Abweisung der Klage argumentierte das Bundesgericht insbesondere damit, dass 2009 eine parlamentarische Motion scheiterte, welche die Ausweitung des Anwendungsbereichs der Antirassismusstrafnorm auf das Unterscheidungsmerkmal der sexuellen Identität forderte. Dazu meint Bastian Baumann, Geschäftsleiter von Pink Cross:

Somit bleibt es zwar verboten, öffentlich gegen Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Religion zu hetzen, während es gleichzeitig erlaubt bleibt, gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Geschlechtsidentität zu hetzen. Dies ist eine skandalöse Missachtung der verfassungsmässig garantierten Rechtsgleichheit.

Gemäss einer Medienmitteilung

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Trans*Visit: Ein Buch schafft Einblicke in das Leben von transidenten Menschen

Während fast einem Jahrzehnt hat der Schweizer Fotograf Martin Bichsel elf Transmenschen auf der ganzen Welt begleitet. Seine Reisen führten ihn nach Albanien, Griechenland, Russland, Irland, Japan, Tunesien, Spanien, Deutschland sowie in die Türkei, Ukraine und in die Schweiz. Über seine Reise hat er in einem Buch dokumentiert, das nun anfangs Oktober erscheint.

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Die Menschen, welche Martin Bichsel über die Jahre getroffen und deren Lebensgeschichten er notiert hat, stammen aus allen sozialen Schichten, haben verschiedene Glaubensrichtungen und kulturelle Hintergründe. Mit dem Buch überlässt uns der Fotograf glückliche Geschichten, aber auch solche, die von Diskriminierung, Ablehnung und Gewalt erzählen.

So wird die Thematik in jedem Land unterschiedlich gelebt und in jeder Gesellschaft sind Transmenschen von einer anderen politischen, rechtlichen und realen Situation umgeben. Das Portrait des jungen Rikuto aus Osaka zeigt, wie sich in einem Land die Grenzen zwischen den Geschlechtern langsam ästhetisch auflösen und eine ganze Generation junger Menschen eine geschlechtsneutrale Sprache spricht. Doch nicht überall entwickelt sich die Gesellschaft in diese Richtung, noch immer fehlt es an Sensibilität und Verständnis. In einigen Ländern werden Transmenschen nicht akzeptiert, ihnen wird eine Anstellung und somit Einnahmen verwehrt oder sie werden vom Schutz der Polizei ausgeschlossen. So leben sie vielerorts in Geldnot und ständiger Angst, weil sie niemand vor Gewalt und Ausbeutung schützt.

Mit dem Buch “Trans*Visit”, einer Mischung aus Reportage und Kunstfotografie, sucht der Autor nicht in erster Linie die Anklage der Gesellschaft. Vielmehr soll das Langzeitprojekt für das Thema sensibilisieren. Es ist eine Momentaufnahme der heutigen Realität von Menschen unter uns und soll zum Nachdenken anregen, Wissenslücken schliessen und nicht zuletzt Transmenschen selbst Mut machen.

Am 20. November findet zum offiziellen Transgender Day of Remembrance im Zentrum Karl der Grosse eine Buchvernissage statt. Und in Bern wird im Progr am 22. November eine Ausstellung zum Projekt “Trans*Visit”.

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