Pride 2015 im Wallis

Im Juni 2015 wird in Sitten – in der Hauptstadt des Kantons Wallis – zum zweiten Mal eine Pride stattfinden …

Das Motto lautet “Faut que je vous dise, j’aime… le Valais”. Der Slogan soll Vorurteile gegenüber einem Coming-out durchbrechen. Für die Kantonsbevölkerung sei die Zeit gekommen, ein Wallis zu zeigen, das stolz auf sich sei, respektvoll und offen gegenüber Andersartigen, zitiert Radio Rottu auf rro.ch eine Medienmitteilung.

Die erste Gay Pride im Wallis wurde 2001 durchgeführt und war im Vorfeld sehr umstritten und entfachte kontroverse Debatten – und lockte rund 4000 Teilnehmende nach Sitten.

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Niemanden zurücklassen

Heute ist im australischen Melbourne die 20. Internationale Aids-Konferenz zu Ende gegangen. Wissenschaft und Menschenrechte zusammenzuführen - die wichtigste Bedingung für erfolgreiche Maßnahmen gegen HIV und Aids – war das vorrangige Ziel der Konferenz. Medikamente alleine sind nicht ausreichend.

Ziel der 20. Aids-Konferenz in Melbourne: Niemanden zurücklassen …

Kein Satz wurde in Melbourne häufiger zitiert als “Nobody left behind”, die Überschrift der Melbourne-Deklaration gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV und die am stärksten betroffenen Gruppen, die in den meisten Ländern keine angemessene Prävention erhalten. Dazu gehören Schwule, Transmenschen, Drogenkonsumenten, Sexarbeiter_innen sowie Menschen in Haft.

Knapp 80 Prozent der Menschen mit HIV gaben bei einer Befragung der Deutschen Aids-Hilfe an, im Jahr vor der Befragung Diskriminierung erfahren zu haben – vom Klatsch und Tratsch über Zurückweisung beim Zahnarztbesuch oder Mobbing bei der Arbeit bis hin zu körperlicher Gewalt. Eine vollständige rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben wird von den Unionsparteien blockiert.

Zudem ist die (potenzielle) Übertragung von HIV in verschiedenen Ländern noch immer strafbar. Durch die Kriminalisierung wird Menschen mit HIV einseitig die Verantwortung für den Schutz übertragen und die Hauptbotschaft erfolgreicher Prävention geschwächt, nach der jeder Mensch für sich selbst die Verantwortung übernehmen muss. Menschen dazu zu befähigen, ist und bleibt das wichtigste Ziel der HIV-Prävention.

Gemäss Medienmitteilung der Deutschen Aids-Hilfe

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Verhaftet auf dem Weg zum CSD in Duisburg

Eigentlich wollte Andrew nur von Moskau nach Deutschland fliegen – um zusammen mit Freund Christian am CSD in Duisburg zu feiern. Doch bereits am Flughafen in Moskau wurde er verhaftet – er hatte eine Regenbogenfahne im Gepäck …

Das vermelden jedenfalls verschiedene Quellen und berufen sich dabei auf die Mutter des 24-jährigen Russen, die dies an Andrews Freund in Deutschland schrieb. Andrew und Christian hatten sich im Internet kennengelernt und seither oft miteinander gechattet. Bereits drei Mal sei Andrew schon verhaftet worden, sei also den Behörden bekannt gewesen, die Kofferkontrolle sicher reine Schikane.

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LGBT-Organisation aus St. Petersburg als „Agent des verdorbenen Westen“ eingestuft

Seit Jahren setzt sich ‘Coming Out’ in St. Petersburg für LGBT-Menschen in Russland ein. Nun wurde die Organisation von einem Gericht als “ausländischer Agent” eingestuft.

comingout

‘Coming Out’ setzt sich in St. Petersburg für rechtlose LGBT-Menschen ein

Ein russisches Gesetz verlangt von Nichtregierungsorganisationen mit politischen Zielen und ausländischer Finanzierung, dass sie sich “freiwillig” als Agenten registrieren lassen – was vor allem der Schikane und Stimmungsmache gegen die oft regierungskritischen Organisationen dient. ‘Coming Out’ hat bisher die Registrierung verweigert und wurde von Amtes wegen als “Agent des ausländischen Westen” eingestuft. Härtere bürokratische Auflagen und Schikanen sind die Folge, selbst Haftstrafen sind bei Formfehlern möglich.

Quarteera – ein deutscher Verein für queere Menschen aus Russland – bezeichnet die Einstufung als “unfassbar zynisch”, setzt sich ‘Coming Out’ doch für unzählige rechtlose LGBT-Menschen ein.

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Gemeinsam sind wir stark!?

Im Rahmen der zweiten Schweizer Transtagung vom 6. und 7. September 2014 finden in Bern in der Villa Stucki zwei interessante Workshops statt, die insbesondere für Schwule und Lesben spannend sind.

Der eine der beiden Workshop ist mit “Transeinmaleins” überschrieben und befasst sich mit der grundlegenden Frage, was trans* eigentlich ist. Und der zweite Workshop untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Schwulen, Lesben und Transmenschen.

Transeinmaleins: 7. September, 9.30 bis 11.00 Uhr

Was ist trans*? Wie spreche ich über Transthemen und was kann ich im Umgang mit Transmenschen richtig machen? Was ist überhaupt Geschlecht? Warum spielt es eine Rolle, ob jemand Mann oder Frau ist?

Im Workshop “Transeinmaleins” werden grundlegende Fragen zum Thema trans* diskutiert. Ziel ist, zu erkennen, wie verschieden Transmenschen und ihre Wege sind und welche grossen Irrtümer und Missverständnisse es zu diesen Themen gibt. Geleitet wird der Workshop von Hannes Rudolph (HAZ, TGNS).

LGB und T: Gemeinsam sind wir stark!? 7. September, 11.20 bis 12.50 Uhr

LGBT steht als Abkürzung für lesbisch, schwul, bi und trans*. Im Workshop soll über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Lesben, Schwulen, Bisexuellen (sexuelle Orientierung) und Transmenschen (Geschlechtsidentität) diskutiert werden. Wo gibt es Synergien? Wo sollte man besser seiner eigenen Wege gehen?

Kernfragen in diesem Workshop – wie sie kritisch auf beiden Seiten immer wieder gestellt werden – sind etwa:

  • was haben denn wir Schwulen und Lesben mit Transmenschen zu tun? Da geht es doch um was ganz anderes …
  • Was haben wir heterosexuellen Transmenschen mit diesen schrillen Schwulen und Lesben zu tun? Ich will einfach nur ganz normal und unauffällig leben …

Zu dieser Diskussion sind insbesondere Schwule und Lesben eingeladen, die mehr über Trans*und die Transbewegung wissen möchten. Geleitet wird der Workshop von Maria von Känel (Dachverband Regenbogenfamilien) und Henry Hohmann (TGNS).

Beide Workshops sind für Schwule, Lesben und Bisexuelle grundsätzlich gratis (kleine Spende erwünscht). Anmeldung bitte an info@transtagung.ch. Weiter Informationen zur Tagung sind auf transtagung.ch zu finden.

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Wenn Homo- und Transphobie zur Norm wird

Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender (LGBT) sind in den letzten Jahren in Russland zunehmend unter Druck geraten: Die Gewalt gegen LGBT-Personen sowie Hassreden und Zeichen der Intoleranz von Politikern, Kirchenvertretern und Medien häufen sich.

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Homo- und Transphobie darf nicht zur Norm werden …

Die Versammlungs- und Vereinsfreiheit sind für LGBT-Personen stark eingeschränkt. Mit dem Verbot der sogenannten homosexuellen Propaganda und der Gesetzgebung betreffend fremde Agenten wird versucht, die LGBT-Gemeinschaft mundtot zu machen und von ausländischer Unterstützung abzuschneiden.

Wie erleben die Betroffenen selber die Situation und wie können sie sich zur Wehr setzen? Entspricht die Homophobie tatsächlich einer breiten Stimmung in der Bevölkerung oder ist sie auf Behörden und Kirche sowie extremistische Kreise beschränkt? Wie ist der staatliche Druck auf die LGBT-Gemeinschaft in Russland aussenpolitisch einzuordnen? Und wie können die LGBT-und Menschen­rechts­organisa­tionen sowie Politik und Behörden in Westeuropa helfen?

Zu diesen und anderen Fragen veranstaltet Network am 6. September 2014 um 11 Uhr in Zürich im UBS Konferenzgebäude Grünenhof ein Podium. Der Anlass ist öffentlich, der Eintritt inkl. Apéro beträgt 50 Franken (Studierende, IV 20 Franken) und beginnt um 11 Uhr.

>www.network-podium.ch

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Immer wieder sonntags: Schutz per Erlass

Sonntag und die letzte Woche war heiss – nach meinem Geschmack waren die Temperaturen allerdings eindeutig zu hoch. Lustig war es aber trotzdem am letzten Mittwoch am HAB-Stammtisch im ‘Sternen’ in Worb. Gute Idee, diese Stammtische in den Lieblingsrestaurants der Mitglieder der HAB …

Ebenfalls passiert in der letzten Woche: Ein Coming-out eines (ehemaligen) Profisportlers, eine Diskussion über (schwule) Blutspender, das Kopfschütteln über eine “Pille davor” und Unverständnis über eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshof. In meinem Post am heutigen Sonntag geht es aber jetzt um den “Gay President” Barack Obama: Per Erlass wird er am morgigen Montag zwei Verfügungen anpassen, die die Rechte von translesbischwulen Angestellten wesentlich verbessern wird.

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The First Gay President: Barack Obama auf der Titelseite der ‘Newsweek’

Eine der beiden Verfügungen stammt aus dem Jahre 1965 und regelt den Schutz von Mitarbeitenden in Betrieben, die für die Regierung arbeiten, vor Diskriminierung aufgrund von Rasse, Religion, Geschlecht oder Nationalität. Obama will nun die Liste erweitern und die immerhin 28 Millionen Mitarbeitenden auch vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität schützen. Die neue Regelung wird voraussichtlich in einem Jahr in Kraft treten.

Per sofort in Kraft tritt die Änderung einer Verfügung aus dem Jahr 1969, die Angestellte in direkten Arbeitsverhältnissen mit der Regierung betrifft. Bill Clinton hatte ins seiner Amtszeit der Verfügung den Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung beigefügt, Barack Obama setzt nun noch die Geschlechtsidentität dazu.

Gemäss Angaben von Regierungsvertretern werde es bei den neuen Regelungen keine Ausnahmen für religiöse Organisationen geben. Noch Ende Juni hatte der Oberste Gerichtshof der USA die christliche Religion über den Schutz der Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Trans* gestellt.

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