Gleiche Rechte wie Ehepaare in Malta

Das Parlament von Malta hat der Einführung einer eingetragenen Partnerschaft zugestimmt. Damit erhalten schwule und lesbische Paare die gleichen Rechte und Pflichten wie Eheleute.

Dabei erhalten gleichgeschlechtliche Paare dabei auch das Recht auf die gemeinsame Adoption von Kindern. Ebenfalls im Ausland geschlossene Ehen der Lebenspartnerschaften werden nun anerkannt. Damit ist Malta das 20. europäische Land, das den gleichgeschlechtlich Liebenden gleiche Rechte wie Heterosexuellen ermöglicht – und das 10. europäische Land, das eine gemeinschaftliche Adoption von Kindern ermöglicht.

Malta, das kleinste EU-Land, hat Homosexualität 1973 legalisiert und auf Druck der EU 2004 im Arbeitsrecht einen Antidiskriminierungsschutz für sexuelle Minderheiten eingeführt. Wegen dem starken Einfluss der katholischen Kirche gilt Malta als sehr konservativ. So sind etwa Pornografie und Abtreibungen illegal.

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Immer wieder sonntags: Küssen gegen Ausschaffung

Sonntag – und ich sitze da und überlege mir gerade, ob Behörden nicht irgendwie geistig umnachtet sind, wenn sie von Menschen verlangen, ihre sexuelle Orientierung “diskret” zu leben. Kann ein Mensch die sexuelle Orientierung überhaupt “diskret” leben?

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Die Abschaffung des damaligen “Homoregister” der Berner Stadtpolizei wird gefordert …

Noch meine Generation von Schwulen und Lesben musste sich überlegen, ob sie ihre Sexualität verstecken oder offen leben soll. Die SOH (Schweizerische Organisation der Homophilen) und die HAB (Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern) riefen am 23. Juni 1979 zum ersten Nationalen Schwulen-Befreiungstag auf – ich war damals 18. Verlangt wurde die Vernichtung des sogenannten Homoregister der Berner Stadtpolizei. Ein Jahr später gab der Polizeidirektor der Stadt Bern bekannt, dass einer Petition der HAB entsprochen wurde und ‘Homosexualität’ in polizeilichen Registern künftig nicht mehr vermerkt werde.

Und über 30 Jahre später will das Bundesamt für Migration einen Schwulen in eines der homophobsten Länder abschieben – mit der Begründung, er könne dort ja “diskret” leben. Liebe Mitarbeitende des Bundesamt für Migration: Fragt euch doch mal, wann ihr euch entschieden habt, Hetero zu sein. Und kommt anschliessend doch bitte auf eure Entscheidung zurück …

In der Zwischenzeit solidarisieren wir uns am 15. April um 18 Uhr mit einem KISS IN vor dem Regionalgefängnis am Bollwerk in Bern mit O. und können so vielleicht seine unmenschliche Ausschaffung nach Nigeria verhindern.

>KISS IN – gegen die Ausschaffung von O.

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Gleichgeschlechtliche Ehe in Italien erstmals anerkannt

Bisher war Italien bei gleichen Rechten für gleichgeschlechtliche Paare ein weisser Fleck auf der Karte. Nun hat aber ein italienisches Gericht hat die Verwaltung der Stadt Grosseto in der Toskana angewiesen, die in den USA geschlossene Ehe eines schwulen Paares ins Eheregister einzutragen. Damit wird in Italien erstmals eine gleichgeschlechtliche Ehe anerkannt.

Die Richter argumentierten, dass in keinem Gesetzbuch stehe, dass die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert sei. Und da im Ausland die Ehe zwischen zwei Männern und zwei Frauen möglich sei, gebe es keinen Grund, die Anerkennung zu verweigern.

In Italien ist weder die eingetragene Partnerschaft möglich, noch wurde die Ehe geöffnet. Die italienische Regierung des linken Ministerpräsidenten Romano Prodi versuchte 2007 die eingetragene Partnerschaft einzuführen – scheiterte aber an der damaligen Regierungskoalition.

Und in der Schweiz? Gemäss Auskunft von Maria von Känel, Geschäftsleiterin des Dachverbandes Regenbogenfamilien, werden im Ausland geschlossene Ehen gleichgeschlechtlicher Paare nicht anerkannt – sie gelten als eingetragene Partnerschaften.

>Update: Ehe für alle

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Gegenwind

Die Schlagzeilen: Keine schwulen Pfadi-Führer in den USA, eine Razzia und eine Verhaftung in Uganda bei einer Hilfsorganisation für HIV-positive Homosexuelle, Haftstrafen in Ägypten wegen “abartigen Partys”, Georgien will in der Verfassung die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definieren und in München soll gegen Aufklärung an Schulen demonstriert werden. Die Details der News aus der translesbischwulen Welt von heute …

  • In Seattle haben die “Boy Scouts of America” einen 49-jährigen “Führer” seines Amtes enthoben – weil er schwul ist. Laut Richtlinien sind homosexuelle Jugendliche seit Januar 2013 als Mitglieder bei der amerikanischen Version der Pfadfinder zwar zugelassen, doch schwule und lesbische Erwachsene dürfen keine Führungspositionen einnehmen.
  • In Uganda hat die Polizei die Räumlichkeiten einer Hilfsorganisation für HIV-positive Homosexuelle durchsucht und eine Person festgenommen. Die Einrichtung geriet ins Visier, weil sie “Jugendliche in Homosexualität trainiert” habe.
  • In Ägypten sind vier Männer wegen Homosexualität zu Haftstrafen verurteilt worden. Gemäss Staatsanwaltschaft hätten die Männer “abartige Partys” veranstaltet und Frauenkleider getragen. Drei von den Beschuldigten müssen für acht Jahre ins Gefängnis, einer wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.
  • In Georgien will Premierminister Irakli Gharibaschwili die Verfassung seines Landes ändern, um gleichgeschlechtliche Ehen ausdrücklich zu verbieten, indem er in der Verfassung die Ehe ausdrücklich als Verbindung zwischen Mann und Frau definieren lässt. Was damit Georgien in die brüderliche Nähe der CVP mit ihrer Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe und dem Plan, gleichzeitig auch in der Schweiz in der Verfassung die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau zu definieren.
  • Nun wollen auch in Bayern “besorgte Eltern” auf die Strasse gehen, um gegen Aufklärung an Schulen zu kämpfen. Die Initiative “Besorgte Eltern” hat angekündigt, am 10. Mai in München eine Demonstration “gegen Gender-Ideologie, Pädophilie und Frühsexualisierung unserer Kinder an Kitas und Grundschulen” abzuhalten. Die Protestaktion wird unter dem Motto “Demo für alle” beworben.
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Maria von Känel neue Präsidentin der NELFA

An der zweiten Generalversammlung der NELFA (Network of European LGBT Families Associations) im holländische Maastricht (Holland) wurde der neue Vorstand konstituiert. Als neue Präsidentin wurde Maria von Känel, Geschäftsführerin des Dachverbands Regenbogenfamilien, gewählt.

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Neue Präsidentin der NELFA (Network of European LGBT Families Associations) ist Mara von Känel …

Der Vorstand der NELFA umfasst 13 Personen aus elf verschiedenen europäischen Ländern, davon sind vier im geschäftsführenden Vorstand. Das sind die Präsidentin Maria von Känel vom Dachverband Regenbogenfamilien, die Vize-Präsidentin Dr. Lisa Green vom LSVD (Lesben- und Schwulenverband) aus Deutschland, als Sekretär Angelo Berbotto von Famiglie Arcobaleno aus Italien sowie der Kassier Luis Amorin von ILGA Portugal.

Maria von Känel, die neu gewählte Präsidentin von NELFA, erklärte zu diesem Anlass: “Ich werde NELFAs Mission voller Enthusiasmus verfolgen. NELFA steht für alle Regenbogenfamilien in Europa ein. Wir engagieren uns gemeinsam für die Gleichstellung, ein Ende der Diskriminierung und eine Gesellschaft, die Vielfalt anerkennt und schützt.”

Lisa Green, die designierte Vizepräsidentin von NELFA, ergänzte: “Wir engagieren uns für die Vergrösserung unseres Netzwerks nach Zentral- und Osteuropa. Wir freuen uns, heute die Stiftung für Regenbogenfamilien aus Ungarn als Vollmitglied willkommen zu heissen.”

Der neue Vorstand von NELFA setzt sich dafür ein, dass das kommende European Family Meeting in Köln (1. bis 4. Mai 2014) ein voller Erfolg wird. Das diesjährige Treffen steht im Zeichen von “Regenbogenfamilien und Schule” und fällt mit dem International Family Equality Day (IFED) zusammen. Der IFED wird alljährlich weltweit gefeiert, um die Anerkennung aller Familien zu fördern und die Solidarität untereinander zu stärken.

Gemäss einer Medienmitteilung

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Update: Ehe für alle!

Gestern fand in Ostermundigen die Nationale Konferenz der LGBT-Verbände statt. Hier ein kurzes Update zu meiner Vorschau von gestern …

Die Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen LGBT-Verbände waren sich nach einem Tag intensiven Diskussionen einig: Gleiche Rechte haben gleichgeschlechtlich Liebende erst, wenn ohne wenn und aber die zivile Ehe für alle geöffnet wurde – wie beispielsweise in folgenden europäischen Ländern bereits üblich:

  • Frankreich (seit Mai 2013)
  • Belgien (seit Januar 2000)
  • Niederland (seit Januar 1998)
  • Dänemark (seit Juni 2012)
  • Norwegen (seit Januar 2009)
  • Schweden (seit Mai 2009)
  • Island (seit Juni 2010)
  • England/Wales (seit März 2014)
  • Spanien (seit Juli 2005)
  • Portugal (seit Juni 2010)

Deutschland, Luxemburg, Österreich, Ungarn, Tschechien und Slowenien kennen die registrierte Partnerschaft – analog der Schweiz. Gar keine rechtliche Anerkennung kennt unser südliches Nachbarland Italien.

Die LGBT-Organisationen organisieren zusammen mit Parteien von links bis rechts am 17. Mai  - am Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie – in Bern auf dem Münsterplatz eine Kundgebung unter dem Titel “Ehe für alle!”. Rechtzeitig wird bis am 17. Mai die Schweizerische UNESCO-Kommission den englischsprachigen Ratgeber ‘Lesson Plan’ auf Deutsch und Französisch übersetzen, um ihn für einen Einsatz in der Schweiz zugänglich zu machen.

>www.idahot.ch

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