Einfach Identität verstecken

Deutschland will einen seit 20 Jahren in Bielefeld lebenden schwulen Roma in den Kosovo abschieben.

Menschenrechtsorganisationen und auch das Auswärtige Amt weisen regelmässig auf die Gefährdung von Homosexuellen im Kosovo hin. Trotzdem will Deutschland, bzw. das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den schwulen Roma mit dem Hinweis auf “kleine Eigentumsdelikte” in den Kosovo abschieben.

Gemäss Angabe des Lesben- und Schwulenverband Deutschland sei der Ausweisungsbescheid “homosexuellenfeindlich”. Unverhohlen wird der Betroffene nämlich aufgefordert, seine sexuelle Identität doch einfach zu verstecken. Obwohl Gewalt gegen Schwule im Kosovo an der Tagesordnung ist, heisst es “Im hier vorliegenden Fall ergeben sich Übergriffe/ Diskriminierung allenfalls bei öffentlichkeitswirksamer Darstellung der eigenen Homosexualität.” Eine konkrete, individuelle Gefahr für Leib und Leben sei nicht erkennbar …

Dieser “Rat” ist völlig lebensfremd. Viele Beispiele zeigen, dass Heimlichkeit Homosexuellen keinen sicheren Schutz vor Gewalt und Verfolgung bieten kann.

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschlad fordert nun von den Behörden gegenüber homosexuellen Asylsuchenden endlich eine grundrechtskonforme Haltung einzunehmen. Diese Forderung dürfen wir übrigens auch in der Schweiz stellen, wurde doch auch hier bereits in verschiedenen Fällen ähnlich argumentiert.

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