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Einseitige Welt

Von Daniel Frey | 28. November 2011

Jeder deutsche Fernsehsender, der sich am Puls der Zeit fühlt, zeigt Teenie-Mütter unter dem Motto “Wenn Kinder Kinder kriegen”. Und ‘Romeos’, ein Film um Homosexualität und Trans* wird erst ab 16 Jahren freigegeben, weil die “Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualtität” zu einer “Desorientierung der sexuellen Selbstfindung führen” könnte.


Szenenbild aus ‘Romeos … anders als du denkst!’

‘Romeos’ erzählt die Geschichte von Lukas, der nach seinem Coming-Out in der Provinz nach Köln zieht. Er lernt den attraktiven Fabio kennen. Aus der anfänglichen Faszination der ungleichen Jungs für einander entwickelt sich mehr und mehr – bis Fabio hinter das Geheimnis von Lukas kommt.

Kritiker sind sich einig: “Ein grandioser Film über Liebe, Freundschaft und ein ungewöhnliches sexuelles Erwachen”. ‘Romeos’ lief bereits weltweit erfolgreich auf mehr als 54 Filmfestivals, etwa auch an der diesjährigen Berner Queersicht.

Anderer Meinung ist der Arbeitsausschuss “Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft FSK” – diese geben den Film erst ab 16 frei. Begründung: “Das Thema (Trans*) selbst ist schon schwierig für 12- bis 13-Jährige und die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken … Der Film spiegelt eine verzerrte Realität wider, die Kinder aufgrund keiner oder zu geringer Erfahrung nicht erkennen könne.”

Ob da Sendungen mit “Teenie-Müttern” oder Soaps wie “GZSZ” voller Intrigen und Missgunst besser geeignet sind und die Realität hier weniger verzerrt wird?

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