In Frauenhänden

Im Mai dieses Jahres haben Gudrun Fertig und Manuela Kay, die Macherinnen der Magazine ‘Siegessäule’ und ‘L-Mag’, die Zeitschriften für die translesbischwule Zielgruppe vom Jackwerth Verlag übernommen.

Neben dem Berliner Stadtmagazin ‘Siegessäule’ gehören zum neuen Verlag Special Media SDL GmbH populäre Zeitschriften wie etwa das auch in der Schweiz bekannte ‘DU&ICH’. Rund 25 Mitarbeiter und rund 100 freie Journalisten und Fotografen tragen weltweit zur Vielfalt des Verlags in Berlin-Kreuzberg bei.

Die Produkte des Verlages versprechen anspruchsvolle Berichte und Reportagen zum aktuellen Zeitgeschehen, Kultur und Politik. Dabei sind wichtiger Bestandteil immer wieder Themen, welche insbesondere die translesbischwule Zielgruppe betreffen, jedoch richten sich die Inhalte auch an eine breite Öffentlichkeit.

Flaggschiff des Verlags ist die ‘Siegessäule’ – das übrigens alle anderen Berliner Stadtmagazine weit hinter sich lässt. Mit einer Auflage von 50’000 Exemplaren und jeweils rund 100 Seiten pro Ausgabe erreicht das Heft jeden Monat 100’000 Leser. Das Magazin entstand 1984 aus der Westberliner Schwulenbewegung heraus. Rasch hat sich die ‘Siegessäule’ zum wichtigsten Sprachrohr der Berliner Szene entwickelt. Es wird ausschliesslich über Anzeigen finanziert und gratis an über 600 Stellen in Berlin verteilt.

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Eine Antwort auf In Frauenhänden

  1. Martin sagt:

    Man muss aber auch sehen, dass mit dieser Übernahme die derzeitige Zentrierung der LGBT-Medien in Deutschland weiter voranschreitet. Einige wenige Verlage geben inzwischen das gesamte Portfeuille heraus. Die Mattei Medien GmbH ist Herrin über Blu, RIK, gab und EXIT, die SDL Special Media GmbH über Siegessäule, Du&ich und L-MAG, zugleich sind viele der regionalen Magazine über den Publigayte-Verbund vereint (Hinnerk, Exit, Siegessäule, RIK, gab, Leo).

    Es ist jetzt schon sehr deutlich zu erkennen, dass die Inhalte der Magazine sehr ähnlich sind, ebenso wie die Aufmachung der jeweiligen Webseiten und natürlich die Werbung darauf wie auch wiederum in den Printprodukten. Diese Entwicklung läuft auf eine desinformative Gleichschaltung der LGBT-Medien hinaus. Wo früher auch mal Politik thematisiert wurde, ist heute alles glattgebügelt, aufpoliert und hübsch gemacht. Im Zentrum steht das Geschäft mit den Zielgruppen, nicht mehr die Meinungsbildung, ganz zu schweigen die Communitybildung im eigentlichen Sinne.

    Es gibt nur noch wenige wirklich unabhängige LGBT-Medien, z.B. Box, Rosige Zeiten, Pink Channel und funDyke oder Lexplosiv.

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